Das Paradies für Genießer

Texel mit allen Sinnen erleben – nicht nur bei „Texel Culinair“

Texel ist nicht nur die größte und westlichste der Westfriesischen Inseln, sondern auch die mit dem vielfältigsten kulinarischen Angebot. Auf dem rund 170 Quadratkilometer großen Eiland mit seinen sieben Dörfern finden sich rund 50 Direktvermarkter und Restaurants, die echte Texeler Produkte anbieten. Dabei ist für jeden Geschmack etwas dabei – von Fisch und Meeresfrüchten, Käse und Lammfleischprodukten, Beeren, Spargel und Pilzen über Eis, Marmeladen und Pralinen bis hin zu Bier, Wein, Kaffee und Kräuterbitter. Die Produkte müssen zu mindestens 75 Prozent auf der Insel angebaut, zubereitet oder verarbeitet werden, um diesen Titel tragen zu dürfen.

Kulinarische Vielfalt wird in Texel – vor allem beim Genuss-Festival „Texel Culinair“ groß geschrieben. Foto: Martina Emmerich

Kein Wunder, dass es daher immer mehr Urlauber auf die niederländische Insel zieht, um dort nicht nur Sommer, Sonne, Strand und Meer, sondern Texel mit allen Sinnen zu erleben. Zu einem Mekka für Genießer verwandelt sich Ende Sommer stets das Inseldörfchen De Koog. Hier findet am zweiten Septemberwochenende in Kürze bereits zum 16. Mal das Genuss-Festival „Texel Culinair“ statt, bei dem neben der vielfältigen Gastronomie und Hotellerie auch die zahlreichen Direktvermarkter präsentieren, was sie mit den Erzeugnissen und Produkten der Insel an Köstlichkeiten zubereiten können. Dreh- und Angelpunkt ist vom 13. bis 15. September die Dorpstraat: Zusätzlich zu den vielen Restaurants, Cafés und Bars sind dann hier noch Zelte und Buden wie an einer Perlenkette aufgereiht, an denen man alle inseltypischen Leckereien probieren und von über 100 verschiedenen Gerichten von Köchen aus mehr als 25 Texeler Restaurants, Cafés und Cateringunternehmen seinen Favoriten wählen kann. In diesem Jahr steht das Genuss-Festival unter dem Motto „Lebensmittelaustausch“. Darüber hinaus gibt es diesmal im Rahmen des Genuss-Festivals auch die Möglichkeit an einem Grillworkshop mit Meisterkoch Marcus Polman teilzunehmen.

„Texel Culinair“ ist auf jeden Fall einen Besuch wert, doch ist es nur ein „Appetithäppchen“, das Lust macht, das Paradies für Genießer in seiner Gesamtheit kennenzulernen. Denn die Insel hat natürlich für Kulinariker noch weitaus mehr zu bieten. Davon konnte ich mich persönlich während einer viertägigen Pressereise überzeugen:

Ich hatte mich für eine Anreise mit dem Auto nach Texel entschieden, um in meiner mir zur Verfügung stehender Inselzeit möglichst viel sehen und erkunden zu können. Nach einer entspannten 20-minütigen Überfahrt mit der (halb-)stündlich zwischen Den Helder und Texel verkehrenden TESO-Fähre legte ich die kurze Strecke zum Hotel de Lindeboom im Hauptort der Insel, Den Burg, ebenfalls mit meinem Auto zurück. Von hier aus sollten wir auf die Genuss-Reise gehen.

Leckere Texel-Tapas. Foto: Martina Emmerich

Was lag daher näher als im zum Hotel gehörenden Restaurant „Het Schoutenhuys“ mit einem „Texel Tapas“-Abend zu beginnen? Mit einem Glas Texelbier wurden meinen Journalisten-Kollegen und ich nicht nur von unserer Reiseleiterin Felicitas van Daalen, sondern auch vom Geschäftsführer des VVV Texel, Frank Spooren, auf das herzlichste willkommen geheißen. Danach erhielten wir einen ersten Eindruck von der kulinarischen Vielfalt der Insel: Absolut überzeugend war bereits der Vorspeisenteller mit Ruccola-Mousse, Artischocken-Suppe, Couscous-Salat, Paprika-Salat, Käsestück und Räucherfisch „Roter Knurrhahn“. Sowohl Fleisch- als auch Fischesser kamen bei den Hauptgängen (Makrele an Queller mit Brokkolimousse bzw. Entenbrust mit Kartoffelgratin und Texelspargel) voll auf ihre Kosten. Doch auch für den süßen Abschluss musste noch ein wenig Platz bleiben und bei all den Dessertvariationen hatte man wirklich die Qual der Wahl: Eis von weißer Schokolade, Vanilleflan mit Erdbeeren, Sorbet von Mango oder Macarons – welches sollte man zum persönlichen Favoriten wählen?

Texel-Safari

Wer einen guten Überblick über die Westfriesische Insel erhalten will, sollte die Gelegenheit zu einer Texel-Safari nutzen. Dabei kann man nicht nur die verschiedenen Inseldörfer näher kennenlernen, sondern auch die abwechslungsreiche Landschaft und ihre Bewohner.

Weltruhm haben gerade die vierbeinigen Insulaner, die Texelschafe, erlangt: Sie sind besonders für ihr gutes Fleisch bekannt und die Zucht geht bis ins 19. Jahrhundert zurück. Damals hatte die Familie Deit das Billstedt-Schaf mit britischen Schafböcken gekreuzt, wodurch das Texelschaf entstand. Von der Insel aus verbreitete sich die widerstandsfähige Rasse über das niederländische Festland und Europa bis nach Australien.
Von der Schafzucht, der Vermarktung der Tiere und ihrer Produkte können die Texeler Schäfer jedoch nur leben, wenn sie zugleich touristische Angebote wie z. B. Führungen, Schafskäse oder Woll-Wellness schaffen.

Texelschafe und andere Schafrassen können auf dem Schafbauernhof der Familie Witte beobachtet, gestreichelt und geknuddelt werden. Foto: Martina Emmerich

Schafstreichel-Bauernhof

Ein Beispiel dafür ist der Schafbauernhof der Familie Witte in Den Burg. Hier leben inzwischen rund 750 Schafe, hauptsächlich Texelschafe und etwa 100 weitere von 25 verschiedenen Rassen. Im Sommer sind die Tiere draußen, im Winter kommen sie in den Stall. Das ganze Jahr über haben hier Besucher die Möglichkeit, mehr über die Schafzucht zu erfahren und täglich um 11 Uhr eine Vorführung mit Hütehunden zu erleben, die von Tochter Mariska selbst ausgebildet werden. Ein Highlight – übrigens nicht nur für Kinder – ist es zudem, Lämmchen streicheln und zu kuscheln. Nicht selten wird man sogar Zeuge, wie ein kleines, flauschiges Wollknäuel geboren wird. Neben den Schafen gibt es auch Zwergziegen, Hühner, Schweine, Enten, Kaninchen, Ponys und sogar einen Esel, die sich über Streicheleinheiten freuen. Darüber hinaus lohnt ein Besuch des Bauernhofladens, der neben Lämmer-Kuscheltieren, schönen Schafsfellen, exklusiver Strickwolle der hofeigenen Schafe auch Cremes mit Schafswollfett, Kaffee und Kuchen aus eigener Herstellung bereit hält.

Schafe hautnah erleben und bei der Fütterung helfen – das macht nicht nur Kindern Spaß. Foto: Martina Emmerich

Den Unterschied schmecken in der Bauerhofkäserei

Nicht weit entfernt, zwischen Den Burg und Den Hoorn, findet sich der Käsebauernhof Wezenspyk. Hier wird bereits seit über 35 Jahren Käse hergestellt. Zunächst wurde hier klassischer Texeler Bauernkäse produziert, später kamen neben dem mittlerweile weithin bekannten Schafskäse noch Ziegenkäse und im vergangenen Jahr ein Bierkäse dazu. Verwendet wird dafür nur die Milch der eigenen Tiere.

Wer mehr über die Käseherstellung erfahren und die einzelnen Sorten auch probieren möchte, der sollte samstags um 11 Uhr (ganzjährig) oder in der Zeit zwischen April und Oktober dienstags bzw. freitags um 14 Uhr an einer Führung teilnehmen, in deren Rahmen man den Hof besichtigen kann, Käseverkostung inklusive. Ein Besuch rentiert sich aber eigentlich immer (außer am Ruhetag Montag), denn von dem Hof aus kann man einen Rundgang entlang des Landschaftspfades zum Schaf-Museum machen und auf dem Rückweg im Bauernhofladen bzw. im Käsecafé einkehren, eine Tasse Kaffee trinken und die verschiedenen Bauernhof-Produkte genießen. Beim Spaziergang kann es ab und an auch sein, dass man zum Schafsretter wird: Schwangere Schafe und solche mit viele Wolle, kippen leicht um. Sie müssen wieder aufgestellt werden, da sie sonst schnell sterben können. Als Dankeschön schreibt der Retter seinen Namen an den Zaun und erhält dann beispielsweise auf dem Markt in Den Burg (montags) oder im Hofcafé zum Dank einen Schnaps.

Aussicht genießen

Nachdem wir in die Welt der Schafe eingetaucht sind, wollten wir aber auch noch etwas mehr von der Texel-typischen Landschaft sehen. Von daher durfte ein Ausflug zum Slufter, dem bekanntesten Naturgebiet der Insel, nicht fehlen. Die große Salzwiesenfläche, die zwischen den Muy- und den Eierlandsedünen liegt, ist ein Paradies für Flora und Fauna. Während dort im Frühjahr Zwergseeschwalben, Eiderenten und Feldlerchen brüten, blüht hier im Sommer der Strandflieder. Bei Sturm wird das gesamte Gebiet mit Salzwasser aus der Nordsee überflutet.

Das Naturschutzgebiet ‚Slufter‘ bietet einen herrlichen Ausblick. Foto: Martina Emmerich

Absolut lohnenswert ist zudem ein Besuch des 150 Jahre alten Leuchtturms, der eigentlich „Zwei in Einem“ ist. Über eine Wendeltreppe mit 118 Stufen geht es sechs Stockwerke hoch zur Aussichtsplattform. Von hier aus hat man zu drei Seiten Sicht auf das Meer und das gefährlichste Seegatt der Niederlande. Bei klarem Wetter schaut man über das Weltnaturerbe Wattenmeer nach Vlieland, Wieringen und Den Helder.

Ein weithin sichtbares Wahrzeichen von Texel ist der Leuchtturm. Foto: Martina Emmerich

Mehr über Texel und seine kulinarischen Besonderheiten folgen in Kürze. Für alle, die auf der Suche nach besonderen Wellness-Tipps sind, werde ich dann auch über „Woolness“ berichten.

Bis dahin – bleibt neugierig –

Eure Martina

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