Eintauchen in die Welt der Spione und blauen Krebse

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Eine regionale Spezialität: Zu den lecker gewürzten Blue Crabs gibt es neben Messer und Gabel einen kleinen Holzhammer. Foto: Emmerich

Washington D.C. mit dem Weißen Haus und der FBI-Zentrale hat sich zu einer äußerst vielseitigen und trendigen Kultur- und Genussmetropole entwickelt. Während tagsüber namhafte Geschäfte zum Shoppen und beeindruckende Kultureinrichtungen mit erstklassigen Kunst-Sammlungen zum Bummeln einladen, können Krimi- und Thrillerfans hier auch in die Welt des Verbrechens und der Aufklärung eintauchen. 


Schließlich verfügt „Diessie“, wie die Amerikaner liebevoll ihre Capital-City nennen, sowohl über ein Crime Museum als auch ein International Spy Museum. Im Agentenmuseum können die Besucher in die Rolle eines Spions schlüpfen und eine Mission erfüllen, über 600 Artefakte von berühmten Agenten sowie Techniken aus aller Welt und verschiedenen Epochen bewundern. Im Crime Museum erfährt man dagegen alles über die Geschichte des Verbrechens, Strafverfolgung und forensische Wissenschaften. Darüber hinaus werden die meist gesuchten Verbrecher der USA, legendäre Kriminelle, Serienkiller, Piraten und Gesetzlose vorgestellt. Aber auch auf aktuelle Themen wie Internetkriminalität wird eingegangen.

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Tabakpfeifen-Pistole (British Special Forces, ca. 1939 – 45): Diese gewöhnlich aussehende Pfeife konnte ein kleines, auf kurze Distanz tödliches Projektil abfeuern. Foto: Emmerich

Von Food Truck bis Fine Dining

Wer sich bei all dem vielfältigen Sightseeing-Angebot zwischendurch stärken will, muss dabei keineswegs „nur“ auf Fastfood-Läden setzen. Es gibt in der Hauptstadt Amerikas zunehmend Food Trucks wie „Red Hook Lobster Pound“, „Feelin‘ Crabby“ oder auch „District Taco“, die in der ganzen Stadt unterwegs sind und ihren Kunden am Wegesrand kulinarische Köstlichkeiten von Hamburger bis Hummer bieten. Als Genusstourist kann man in Washington aber auch selbst auf Entdeckungstour gehen und dabei sowohl die vielfältigen Küchen des Landes als auch den Trend zu regionalen Produkten erleben: Gerade in der aktuellen Jahreszeit werden Meeresfrüchte aus der Chesapeake Bay auf den Märkten und in den Restaurants angeboten. Oder wie wäre es mit einer Food-Tour über den ältesten Wochenmarkt in Washington D.C.?

Angesagt und nicht nur bei Männern, sondern auch bei Frauen sehr beliebt ist das Steakhouse der Premium-Klasse, Smith & Wollensky. Hier wird als Spezialität Prime Steak in verschiedenen Dry Age-Klassen zubereitet – und je nachdem, wo man einen Tisch ergattert, kann man den Köchen sogar bei ihrer Arbeit zusehen. Soll das Dinner dagegen in die asiatische Richtung gehen, empfiehlt sich in Chinatown das Daikaya, das einen traditionellen japanischen Ramen Shop sowie das Restaurant Izakaya unter einem Dach vereint. Hier werden den Gästen typische Gerichte mit internationalem und amerikanischem Einfluss sowie Cocktails serviert, die die meisten Genießer sicherlich zuvor noch nie gekostet haben.

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Im Smith & Wollensky´s Grill gibt es Steaks der Premium-Klasse. Foto: Emmerich
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Prime Steak in verschiedenen Dry Age-Klassen. Foto: Emmerich

Natur und Genuss erleben
Wer nach dem Washington-Besuch die Metropole hinter sich lassen und eine Auszeit vom Alltag nehmen möchte, der sollte einen Ausflug an die nur rund 70 Kilometer entfernte, pflanzen- und tierreiche Chesapeake Bay unternehmen und dort den Star der Region, die Blue Crab, entdecken. Die Chesapeake Bay ist die größte von 130 Flussmündungen in den USA und zugleich die bedeutendste Naturlandschaft Nordamerikas. Über 200 Meilen lang, erstreckt sie sich von Havre de Grace in Maryland bis nach Norfolk Virginia und mehr als 150 Flüsse und Bäche münden in das Gewässer. Hier können die Ausflügler und Urlauber sämtlichen Freizeitaktivitäten – von Segeln über Angeln, Wandern und Radfahren – bis hin zum Erholen und Genießen nachgehen.

Auf dem Weg von Washington an die Chesapeake Bay rentiert sich ein Abstecher nach Annapolis. Die Hauptstadt von Maryland, die u. a. die amerikanische Kriegsmarineakademie, das William Paca’s Haus sowie kleine, aber feine Genießertempel beheimatet, vereint maritimes Flair und Geschichte. Östlich der Hafenstadt überspannt die Bay Bridge auf einer Länge von 6,9 Kilometer und auf 56,7 Meter maximaler Höhe das Wasser der Chesapeake Bay. Sie zu überwinden, stellt für manche Reisenden jedoch ein großes Hindernis dar, so dass es mittlerweile drei Chauffeur-Dienste für die Brückenfahrt zur anderen Seite gibt.

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Annapolis, Hauptstadt des US-Bundesstaates Maryland. Foto: Emmerich

Der Weg hinüber lohnt sich allemal – warten doch schmucke kleine Städtchen mit ausgezeichneten Restaurants, in denen die Spezialität dieser Region, die Blue Crab, in verschiedensten Varianten serviert wird, auf die Genießer.
Ein Muss ist beispielsweise der Besuch des schmucken Fischerörtchens St. Michaels. Ob als Ausgangsbasis für eine Bootstour über die Bay oder eine Shoppingtour durch die kleinen Lädchen mit selbsthergestellter Ware – nicht ausgelassen werden sollte das Maritime Museum, das einen Einblick in die Flora und Fauna sowie die Geschichte der Bay bietet. Gleich nebenan befindet sich das Restaurant „Crab Claw“, in dem man die Meeresfrüchte der Bay – allen voran die Blue Crab-Spezialitäten in allen Variationen – genießen kann.

Gemäß dem Motto „Arbeiten, wo andere Urlaub machen“ kann man frühmorgens auf dem Wasser der Chesapeake Bay Fischer Jeff Harrison und seine 94 Kollegen treffen. Bereits seit 1634 fährt seine Familie hier jeden Tag hinaus auf die Flussmündung, um Austern, Fisch und die Blue Crab zu fangen. Legt er am späten Vormittag oder frühen Nachmittag wieder im Hafen an, dann stehen bereits seine Kunden bereit, um die fangfrische Ware für den heimischen Herd oder die Restaurantküche in Empfang zu nehmen. Obwohl die Nachfrage groß ist, dürfen die Fischer nur begrenzt Fisch und Meeresfrüchte fangen: Während Blaubarsche, Aale und Flundern das ganze Jahr über ins Netz gehen dürfen, beginnt für die Austern im Oktober die Saison: Bis Ende November dürfen wiederum die Blue Crab gefangen werden, die übrigens auch erst einmal 2,5 Jahre alt sein müssen, bevor sie die richtige Fanggröße erreicht haben.

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Die Fischer der Chesapeake Bay arbeiten dort, wo andere Urlaub machen. Foto: Emmerich

Mehr über den Lebensraum und die Ernährungsweise der Blue Crab weiß Meeresbiologin Kelley Cox zu berichten, die in ihrem Domizil am Hafen von Tilghman Island normalerweise Schulkindern die maritimen Besonderheiten der Chesapeake Bay näherbringt. Hier befinden sich auch allerhand Aquarien, in denen man Austern, Aale, Blue Crabs und Schildkröten in den unterschiedlichsten Altersstadien beobachten kann.
Wer noch etwas länger an der Chesapeake Bay verweilen will, dem sei auf der „Scenic Bayways“-Route des Chesapeake County, einer landschaftlich schön gelegenen Straße, die immer in Wassernähe verläuft und südlich bis Elliott Island führt, noch das Städtchen Easton mit erlesenen Restaurants, Boutiquen und Antiquitätenhändlern zu empfehlen.


Rezepttipp: Gedämpfte Blue Crab

 

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Blue Crab, eine Delikatesse Marylands. Foto: Emmerich

 

Zutaten:

– 2 Tassen Wasser
– 2 Tassen Weißweinessig, helles Bier oder eine Mischung aus beiden
– 5 (280 g) ganze lebende, männliche Blue Crabs
– 4 EL McCormick Old Bay Seasoning (Gewürzmischung)
– zum Servieren: geschmolzene Butter

Zubereitung:

Frische, lebende Blue Crabs sollten am gleichen Tag gekauft und zubereitet werden, die Krabben überleben im Kühlschrank nur ein paar Stunden, wenn sie einmal aus ihren Vorratstanks genommen wurden. Keine toten Krabben kochen!
Man füllt einen großen Topf mit Wasser und Essig oder Bier (im Topf sollten etwa 2,5 Zentimeter Flüssigkeit sein). Dann gibt man einen Dämpf-Einsatz in den Topf; alternativ formt man ein langes Stück Alufolie wie ein Seil, macht daraus eine Acht und legt es in den Topf. Die Flüssigkeit wird nun bei mittlerer Hitze zum Kochen gebracht.
Mit einer Zange legt man vorsichtig drei Blue Crab in den Dämpfeinsatz bzw. auf die Alufolien-Acht nebeneinander mit der Bauchseite nach unten und bestreut sie mit einem  Esslöffel Old Bay-Gewürzmischung. Die beiden restlichen Krabben werden mit der Bauchseite nach unten darauf gelegt und wieder mit einem Esslöffel der Old Bay-Gewürzmischung bestreut. Den Topf mit einem Deckel gut verschließen und die Flüssigkeit ca. eine Minute voll aufkochen lassen, dann die Krabben weiterdämpfen bis sie gar sind (etwa zehn Minuten).
Die Blue Crabs mit einer Zange aus dem Topf nehmen, in eine große Schüssel oder auf eine Platte geben und mit den restlichen zwei Esslöffel Old Bay-Gewürzmischung bestreuen.
Zum Genuss des Crab-Fleisches sollte man am besten einen Crab-Hammer, ein Messer und eine feine Gabel bereitlegen.

Guten Appetit!

Eure Martina

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Essen mit Messer und Gabel … und Hammer. Foto: Emmerich


Wer von Euch die Region Washington / Maryland selbst entdecken möchte, für den habe ich noch eine kleine kulinarisch-literarische Link-Sammlung zusammengestellt:

Crime Museum: www.crimemuseum.org
International Spy Museum: www.spymuseum.org
Amerikas erstes Museum für Moderne Kunst: www.phillipscollection.org
Kulinarische Touren durch Washington: www.dcmetrofoodtours.com
Steakhouse Smith & Wollensky: www.smithandwollensky.com
Japanisches Restaurant Daikaya: www.daikaya.com
Annapolis: www.discover-annapolis.com
St. Michaels: www.stmichaelsmd.org
Maritime Museum: www.cbmm.org
Restaurant Crab Claw: www.thecrabclaw.com
Easton: www.eastonmd.org

 

 

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