Rhabarber-Zeit: Sauer macht lustig

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Rhababer ist sehr gesund und vielseitig verwendbar. Foto: Emmerich

Rhabarber gehört mit zu den ersten Genüssen, die man im eigenen Garten ernten kann. Auch wenn die grünen oder rötlichen Stangen in diesem Jahr vielerorts nicht ganz so üppig gewachsen sind, lassen sich diese doch zu vielseitigen und erfrischenden Köstlichkeiten verarbeiten. Da Rhabarber weniger als 20 Kilokalorien pro 100 Gramm hat, eignet er sich auch prima für die schlanke Küche.

Obst oder Gemüse?

Obwohl Rhabarber wie Obst schmeckt und verarbeitet wird – in Kuchen, Desserts oder Konfitüren – ist er doch eine Gemüseart und gehört zu den Knöterich-Gewächsen. In der Küche sollten nur die geschälten Stangen verwendet werden. Sie enthalten Mineralstoffe wie Eisen, Kalium und Phosphor, Vitamin C sowie Ballaststoffe, darüber hinaus verschiedene Fruchtsäuren, die für den säuerlichen Geschmack verantwortlich sind. Wer es lieber etwas milder mag, der sollte Rhabarber gleich zu Anfang der Erntezeit verzehren oder auf rotstielige Sorten zurückgreifen.

Oxalsäure

Die in Rhabarber reichlich enthaltene Oxalsäure ist wohl der Urheber für eine Weisheit aus Omas Nähkästchen: Ernten und verwerten sollte man Rhabarber nur in den „Monaten ohne R“– also von Mai bis August. Das ist jedoch nur bedingt richtig. Ernten kann man den Rhabarber durchaus auch schon früher im Jahr – wenn er reif ist –, jedoch im Allgemeinen nicht länger als bis Juni/Juli. Später im Jahr bildet sich in den grünen Stangen vermehrt Oxalsäure, die in hohen Mengen für den Organismus schädlich sein kann. Zudem bindet sie Mineralstoffe wie Magnesium oder Kalzium, die dann nicht mehr vom Körper aufgenommen werden können. Der Gehalt an Oxalsäure wird durch das Kochen des Rhabarbers gemindert, daher sollte man auch das Kochwasser später abgießen.

Aus dem eigenen Garten oder gekauft

Rhabarber im eigenen Garten ist ein dankbares Gewächs, das wenig Pflege braucht und in jedem Frühjahr wieder neu ausschlägt. Auch lässt er sich ganz einfach durch Teilung vermehren und kann damit auch dem Nachbarn Freude im Garten machen. Beachten sollte man jedoch, dass der Ableger nicht zu zierlich und mit mindestens zwei bis drei Blattansätzen versehen ist. Im Handel zeugen feste Stangen und feuchte Schnittstellen von der Frische des Gemüses. In ein feuchtes Tuch eingeschlagen und im Kühlschrank aufbewahrt, hält sich Rhabarber einige Tage. Alternativ kann man die Stangen putzen, kleinschneiden und einfrieren – dann hat man auch außerhalb der Saison eine Basis für leckere Rhabarber-Gerichte.

Vielseitig verwendbar

Rhabarber lässt sich in der Küche mannigfaltig verwenden. Ein Klassiker ist er in kleingeschnittener und blanchierter Form auf einem Schmand-Hefekuchen. Gemeinsam mit Erdbeeren oder Bananen wird er auch schnell zu einer leckeren Konfitüre. Mit der milden Banane lässt er sich zudem leicht in ein leckeres Bananen-Rhabarber-Dessert verwandeln: Dazu den Rhabarber schälen, klein schneiden und mit wenig Wasser dünsten, bis er weich ist. Anschließend Bananen zerkleinern – lassen sich super mit einer Gabel auf einem Küchenbrett zerdrücken –, dazu geben, kurz noch einmal aufkochen und abkühlen lassen. Gesüßt wird ganz nach Geschmack und Bedarf, entweder mit normalem Haushaltszucker oder flüssigem Süßstoff. Lecker schmeckt das abgekühlte Bananen-Rhabarber-Kompott mit Naturjoghurt mit Zimt (nach Belieben gesüßt). Wenn man das Ganze  in ein Glasschälchen schichtet und mit einem Blatt Zitronenmelisse garniert, wird die Leckerei auch optisch ein Hingucker.


Mein Rezepttipp: Rhabarber-Crumble

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Ein Rhababer-Crumble ist schnell gemacht und kommt bei Gästen immer gut an. Foto: Emmerich

Ein Crumble (deutsch: Krümel) ist eine englische Nachspeise bzw. ein Kuchen ohne Kuchenboden. Aus einem leckeren Streuselteig wird ein Teil abgezweigt und als Boden in die Backform geschichtet, darauf kommen mundfertig gewaschene, geputzte bzw. kleingeschnittene Früchte, welche von einer weiteren Schicht Streusel bedeckt werden. Rhabarber-Crumble ist durch den Gegensatz von süßen Streuseln und saurem Rhabarber eine besondere Köstlichkeit.

Zutaten:

400 g Mehl
250 g Zucker
250 g Butter
1 Päckchen Vanillezucker
1 Prise Salz
100 g Haferflocken
etwa 1 kg geputzter Rhabarber
etwas Margarine oder Butter zum Einfetten der Form
etwas Puderzucker zum Bestäuben

Zubereitung:

Zunächst werden die Rhabarberstangen gewaschen, geschält und in ungefähr 2,5 Zentimeter lange Stücke geschnitten.

Rhabarber geschnitten
Foto: Emmerich

Die Butter lässt man in einem Topf schmelzen (der Topf sollte so groß gewählt werden, dass man darin alle Zutaten, außer dem Rhabarber, miteinander verrühren kann). Anschließend werden Zucker, Salz, Vanillezucker, Haferflocken und Mehl der Reihe nach zur Butter gegeben und untergeführt. Dabei entsteht der Streuselteig.

Crumble Topf
Foto: Emmerich

Eine Backform mit Margarine einfetten (ich habe eine Auflaufform mit einer Größe von ca. 20 x 35 Zentimeter verwendet). Etwas weniger als die Hälfte des Streuselteiges wird als dünner Boden in die Backform gekrümelt.

Crumble Teig
Foto: Emmerich

Darauf werden die Rhabarberstücke verteilt und darüber die restlichen Streusel. Nun werden die Streusel noch mit ca. zwei Esslöffeln Puderzucker bestäubt.

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Foto: Emmerich

Der Crumble wird im Ofen auf mittlerer Schiene für zirka 30 Minuten bei 200 Grad gebacken, bis die Streusel nicht zu dunkel, sondern schön goldbraun sind.

Den Crumble kann man warm oder kalt genießen, prima passen Vanille-Soße oder Vanille-Eis dazu. Man sollte ihn jedoch nicht zu lange stehen lassen, weil sonst der Rhabarber den Streuselboden aufweicht. Ein Rezept, das in der Familie, bei Freunden und Gästen immer gut ankommt, ist mein Rhabarber-Crumble – viel Spaß beim Ausprobieren und guten Appetit!

Eure Martina

Ein Gedanke zu “Rhabarber-Zeit: Sauer macht lustig

  1. juliasarea 22. Juni 2016 / 15:36

    Es gibt so viele leckere Rezepte mit Rababer und am liebsten mag ich frischgebackenen, aus eignerem Anbau hergestellten Rababerkuchen. Bei mir gehts übrigens auch ums Essen und Kochen, also wenn du möchtest, dann schau doch mal vorbei

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