So wild und doch Schaf: Soay-Fleisch ist ein Genuss

Für die einen ist Soay-Schaf aufgrund seines leckeren, wildbretartigen Fleisches eine Delikatesse, für die anderen die primitivste Schafrasse Europas, zugleich aber auch der kostengünstigste und pflegeleichteste Rasenmäher. Die urtümlichen Tiere sind jedoch in jedem Fall einzigartig und erfreuen sich wachsender Beliebtheit.

Soays auf der Weide
Die Soay-Schafe gehören zu der primitivsten und zugleich ältestens Schafrasse Europas und zeichnen sich durch wildbretartiges Fleisch aus. Foto: Emmerich

Bislang gelten die Soay-Schafe, die sich in ihrer Art seit 3000 Jahren nicht verändert haben, bei den Feinschmeckern als Geheimtipp. Die vom Fell her dem Mufflon ähnelnden Tiere sind eigentlich Wildtiere, die viel Auslauf brauchen. Da die robuste und zugleich primitive Hausschafrasse, die ursprünglich von der Insel Soay – dem entlegenen St.-Kilda-Archipel nordwestlich von Schottland – stammt, nicht in großem Stil gezüchtet werden (können), sind sie eher bei den Hobbyschäfern zu finden.

Geschlachtet werden die kleinwüchsigen Schafe durchschnittlich, wenn sie 18 Monate alt sind. Erfahrungsgemäß schmeckt das Fleisch, das sich durch einen wildbretartigen Geschmack auszeichnet und sehr mager ist, dann am besten.

Soay-Braten
Genießer können sich vom einzigartigen Geschmack des Soay-Fleisches im Gasthaus „Zur Schmelz“ in Hüttenthal überzeugen. Dort wird beispielsweise Braten vom Soay-Wildschaf in Rosmarinrahm mit Weckspatzen und grünen Bohnen serviert. Foto: Emmerich

Rund 220 Soay-Schäfer gibt es in Deutschland, die der Interessengemeinschaft der Soay-Schafe angehören. Allein zehn davon sind im Odenwald ansässig. Hier arbeiten die beiden Züchter Reiner Kenzler und Manfred Keßler seit Jahren eng mit dem Gasthaus „Zur Schmelz“ in Mossautal-Hüttenthal zusammen, in dem Inhaber und Küchenchef Gernot Michel das Soay-Fleisch zu Spezialitäten wie Soay-Braten mit Kartoffelplätzchen und Speckbohnen verarbeitet und immer wieder neue Kreationen zubereitet: „Für Bratenvariationen verwende ich Rücken, Keule und Schulter der Soay-Schafe, während Schulter, Hals und Vorderkeule dagegen zu Gulasch verarbeitet werden“, erklärt Gernot Michel. „Der Bauchlappen eignet sich wiederum gut für Hackfleisch, aus denen ich Cevapcici mache. Die Innereien wissen meine Gäste in Form von Leber Berliner Art oder sauren Niernchen zu schätzen.“ Beim Metzger lässt sich das Soay-Fleisch zudem zu herzhaft-deftigen Spezialitäten wie Bierwurst, Leberwurst, geräucherter und luftgetrockneter Mettwurst mit mediterranen Gewürzen, Schinken, Salami und Krakauer weiterverarbeiten. Doch auch besonders schmackhafte Rohwürste, Brühwurst-Einlagen und Brühwurstfeinbrät mit feiner Wildnote lassen sich aus dem Soay-Schaf herstellen.

Eure Martina

 

 

 

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